Mannshoch hängen die Eiszapfen von einem Felsvorsprung herab. Schaffen ein zerbrechliches, schmelzendes Kunstwerk der Natur. Ein wenig fühlt es sich an, als wandele man durch den Palast der Schneekönigin.
Gewiss, es verlangt Aufmerksamkeit, will man die kleinen Wunder am Wegesrand hier im westlichen Allgäu entdecken. So türmen sich Tuffs filigran im kleinen Bächlein, das kurz darauf in die Argen sprudelt. Am Ufer erheben sich auf Ästen und unter umgestürzten Baumstämmen Spitztürmchen aus gläsernem Eis. Steine sind im Fluss zusammengefroren. Selbst der Flunauer Steg, eine Hängebrücke über der Argen, ist gefroren und knarrt bedrohlich, sobald er unter den Schritten von Menschen ins Schwingen gerät. An mancher Stelle ist der Weg eine einzige, meterlange Eisplatte und man wünscht sich sehnsüchtig Schlittschuhe herbei. Aber in wenigen Tagen wird all das dem Tauwetter zum Opfer fallen. Zwar kann sich die eisige Kunst nicht in Luft auflösen, doch sie wird zu Wasser zerschmelzen, so, wie sie einst entstanden ist.

 

 

Parken: Parkplatz Schloss Achberg (kostenlos)
Dauer: 1 Stunden
Strecke: 3 Kilometer
Route: auf dem Kiesweg hinab zur Argen, vor dem Flunauer Steg rechts abzweigen, dann links halten bis zu den Eiszapfen
Warnung: nach den Eiszapfen beginnt alpines Gelände, im Zweifelsfall umkehren

Fotos: Isabelle Gassama