Über Stock und Stein geht es steil bergan. Der Gipfel vom Burgberger Hörnle liegt mit 1497 Metern nicht besonders hoch. Schweiß fließt bei sonnigem Wetter trotzdem. Oberhalb von Burgberg startend, spendet erst einmal der Wald Schatten. Zahlreiche Ameisen wuseln umher und tragen emsig Tannennadeln von A nach B. „Nur für Geübte“ warnt ein Schild beim Abzweig zum Funkenweg. Zu Recht, denn beim Kraxeln über Wurzelwerk und kleinere Felsplatten sind Konzentration und Geschick gefragt. Doch nicht nur die Aussicht über Sonthofen zur Nagelfluhkette entlohnt. In Gipfelnähe erwartet Wanderer eine blumige Überraschung: Alpenaurikel. Fröhlich gelbe Blüten entsprießen auf der Südseite dem nackten Fels. Was der Berg wohl für Geschichten hört? Auricula ist nämlich lateinisch und bedeutet „Öhrchen“. Auf dem Gipfel herrscht reges Treiben. Reporterin Isabelle Reinhardt rät: Kurz verschnaufen und den Rundblick genießen, dann besser weitermarschieren zum Grünten, dem Wächter des Allgäus. Obacht! Eine Drahtseilpassage verlangt Schwindelfreiheit. Im Grüntenhaus lässt es sich bei kühlen Getränken, einer Suppe oder Kaffee und Kuchen entspannen.

Fotos: Reinhardt