Noch ist es im Schatten der Bäume kühl, der Tritt in die Pedale fällt leicht, das Tausend-Seelen-Dorf Neuravensburg liegt im Tiefschlaf: Sommerferien frühmorgens.

Wir sind unterwegs zu einem Moorsee im Hinterland, dem Blausee. Doch binnen Minuten halten wir bereits an, denn ein Hofhund bittet schwanzwendelnd um eine Streicheleinheit. Kurze Zeit später erreichen wir unser erstes Tagesziel. Wessen Körper Gebirgswasser gewohnt ist, für den gleicht der Blausee einer Badewanne. So früh am Tag sind wir fast allein. Wenn die ersten Autos angerollt kommen, sind wir schon wieder auf dem Sattel. Jagen die Einsamkeit. Und finden sie am Flussufer der Argen. Kurz vor Flunau und Schloss Achberg geht es steil auf Kies bergab. Wer sich dafür nicht sattelfest genug fühlt, kann auf der Teerstraße bleiben. Quietschende Bremsen: Eine junge Ringelnatter quert im Wald den Weg. Was den Tag nach so viel Natur noch runder macht? Ein Abstecher ins Landhaus Achberg in Esseratsweiler, denn dort formen Kässpätzle und hausgemachtes Eis den Bauch zur Kugel. Der Weg zurück ist ein Auf und Ab. Doch der Muskelschmerz wird belohnt mit einem Anblick fürs Herz: Acht Schwanenküken treiben auf dem Neuravensburger Weiher und strecken ihre Paddel aus dem Wasser. Ein Abschieds-Wink.

Parken: Wanderparkplatz Fischerweg in Neuravensburg (Wangen)
Dauer: circa 1,5 Stunden Fahrzeit
Strecke: circa 20 Kilometer
Höhenmeter: circa 240 bergauf
Route: Blausee, Richtung Primisweiler, Goppertsweiler, Blumegg, Flunau, Schloss Achberg, Landhaus Achberg (Dienstag Ruhetag), Bahlings, Buflings, Hub, Roggenzell, Neuravensburg, Richtung Tettnang

Fotos: Isabelle Gassama