Reglos sitzen sie hinter der Scheibe. Rühren sich selbst dann nicht, wenn ein Kind seine Nase am Glas des Schaukastens plattdrückt: Vögel. Doch sie sind des Fliegens gar nicht fähig, unbefiedert.
Die Friesenrieder Karin und Robert Mecklinger haben die Figuren lebensgroß aus Ton gebrannt und bemalt. Manch einer, der den Vogellehrpfad in Aschthal begeht, mag sich gut vorbereitet fühlen. Insbesondere jene, die im Winter ein gut beflogenes Futterhaus im Garten haben. Bestimmt ist die Hälfte der Vögel bekannt – mindestens. Wie sehr ein Mensch doch irren kann. Heckenbraunelle, Wacholderdrossel, Bienenfresser und Waldschnepfe, die Namen können durchaus geläufig sein, aber wie die Vögel aussehen, weiß man deswegen längst nicht. Im Übrigen: Vollgetextete Infotafeln hat man auf diesem Lehrpfad nicht zu befürchten. Zu jedem Vogel finden sich drei Fakten, mehr nicht. Diese Fakten sind mitunter kurios: So erfährt man etwa, dass Mauersegler im Flug essen, trinken, schlafen und sich zudem auch in der Luft paaren. Dass Zaunkönige Meister des Kuschelns sind, weil sie sich bei kalten Temperaturen zu mehrt in einem Nest wärmen. Und dass europäische Siedler vor 200 Jahren die Amsel in Neuseeland und Australien einbürgerten, weil sie ihren Gesang so sehr vermissten.

Parken: kostenloser Parkplatz Aschthal (ab Friesenried beschildert)
Dauer: 2-3 Stunden; reine Gehzeit circa 1 Stunde
Stationen: 25
Strecke:
4,5 Kilometer

Fotos: Isabelle Gassama