Diplom-Biologe Henning Werth ist Betreuer im Naturschutzgebiet Allgäuer Hochalpen. Mit ihm können Gäste auf spannende Tour gehen und Steinadler, Murmeltiere oder Steinböcke beobachten. Wir haben uns mit ihm im Hintersteiner Tal verabredet.

Treffpunkt Adlerhütte im Hintersteiner Tal, südlich von Bad Hindelang-Hinterstein: Diplom-Biologe Henning Werth wartet schon auf uns. Der 48-Jährige trägt eine grüne Weste mit einem Sticker, der ihn als Betreuer des Naturschutzgebietes Allgäuer Hochalpen ausweist. „Naturschutz. Für Dich vor Ort“ steht darauf. Für den Biologen ist das Programm. Neben den Aufgaben als Hüter der Wildtiere und der Natur will er auch informieren und den Menschen die komplexen Zusammenhänge dieses sensiblen Ökosystems erklären.
Das macht er mit Begeisterung und sagt: „Ich möchte den Leuten den Zugang zu den Tieren vermitteln und sie motivieren, beim Wandern die Augen offen zu halten.“ Denn nur das, was der Mensch kennt, sei er auch bereit zu schützen und wert zu schätzen.

„Servus, ich bin der Henning“, stellt er sich vor. Wenn es um Murmeltier, Steinbock, Adler und Co in den Allgäuer Bergen geht, ist er zweifellos die beste Adresse. „Seid ihr gut hochgekommen?“, fragt er. Einige sind zu Fuß von Hinterstein die acht Kilometer lange Straße hinaufgestiegen, andere haben das Fahrrad genommen. Am bequemsten geht es mit dem Bus, der regelmäßig zwischen dem kleinen, zu Bad Hindelang gehörenden, Bergdorf Hinterstein und dem Giebelhaus hin- und herfährt.

Die Adlerhütte mit einer kleinen Ausstellung hat der Landesbund für Vogelschutz (LBV) hier eingerichtet. Mit Ferngläsern können Interessierte den Adlerhorst am Grat des Giebels beobachten, so heißt der abweisende Gipfel mit den steilen Grasflanken. Oben, gut geschützt und unzugänglich für Nestplünderer, brütet Deutschlands fruchtbarstes Steinadler-Paar. Wer Glück hat, kann durchs Fernglas im Frühjahr beobachten, wie die Eltern im majestätischen Flug den Horst ansteuern, landen und Jungvögel füttern. Irgendwann im Juni verlässt der Nachwuchs den Horst, um die Welt zu erkunden. In den vergangenen Jahren hatte es häufig pro Jahr zwei Jungvögel in diesem Horst gegeben, erzählt Werth. Er vermutet, dass das mit dem guten Nahrungsangebot in dem Revier zusammenhängt: „Es gibt hier sehr viele Murmeltiere.“ Und die stehen auf der Speisekarte der Greifvögel ganz oben.

Die gesamte Reportage können Sie in der Print-Ausgabe Sommer 2020 lesen.

Text und Fotos: Michael Munkler