Zu Gast beim ehemaligen Eiskunstlauf-Star Norbert Schramm: Früher glänzte der Sonthofener bei der Show Holiday on Ice, heute beeindruckt er in der Küche.

Er könnte es sich leicht machen. Aber dann wäre es nicht Norbert Schramm. Ein wenig besonders darf es schon sein. Auch beim Essen. Oder besser: gerade beim Essen. „Ich mag es, gut zu kochen“, verrät der ehemalige Weltklasse-Eiskunstläufer. „Als Kind habe ich in dieser Hinsicht viel von meiner Mutter gelernt.“ Und er hat sich einiges vorgenommen für diesen Tag im Allgäu. Motto: Lachs, Lauch und ganz viel Liebe. Eine faszinierende Kombination.

Norbert Schramm hat die Welt bereist, viele Länder gesehen, Eindrücke gesammelt. Und er ist immer zurückgekommen ins Allgäu – zum Radeln, Wandern und Kochen. Geht dort alles besonders gut. „Frische Kräuter, Beeren, Pilze: Die Natur in dieser Region hat viel zu bieten“, sagt er. Auch am Tag unseres Besuchs bei ihm kommt etwas Heimisches auf den Teller. Was genau? Nun ja, lassen wir uns mal überraschen. Norbert Schramm ist schließlich für seine Kreativität bekannt, ja sogar berühmt gewesen. Auf dem Eis bestach er mit außergewöhnlicher Choreografie und besonderer Musikauswahl – zudem mit Sprüngen, Schritt-Kombinationen und Pirouetten, die genauso nur er auf die Eisfläche zaubern konnte. Anfang der 80er-Jahre kannten (und verehrten) nicht weniger als 87 Prozent der Deutschen den Sonnyboy auf dem Eis.

Kein Wunder also, dass die Menü-Auswahl an diesem Tag sehr speziell ist. „Bei mir daheim wurden immer viele Gäste bewirtet. Und wenn es Ordentliches zu essen gibt, dann kommen die Leute einfach gerne.“ Der 61-jährige muss schmunzeln bei diesen Worten. Na klar. Auch wir sind heute ja wegen des kulinarischen Angebots da – wegen Suppe, Hauptspeise, Dessert.

Der Hobby-Koch steht am Herd, übrigens ohne Spickzettel. Er mache vieles aus dem Bauch heraus, verrät er, und mit Gefühl. Norbert Schramm hat übrigens mit so viel Gefühl gekocht, dass er gleich zwei Mal „Das perfekte Promi-Dinner“ gewonnen hat, eine Koch-Show im Fernsehen. „Ich war jung, als ich damals teilgenommen habe, und brauchte das Geld“, sagt er und schmunzelt, während er fleißig den Lauch für die Suppe schnippelt. Und nebenbei wird auch noch der Lachs gewaschen für die Hauptspeise.

Schramm gleitet regelrecht durch die Küche von rechts nach links und wieder zurück, als wäre es eine Eisfläche. Ein Künstler eben. Dann sind die Zwiebeln dran, ohne dass sie ein Problem für die Augen darstellen. Der Immobilienfachwirt verrät das Geheimnis: „Zum Schneiden bloß kein stumpfes Messer verwenden, sondern ein sehr scharfes. Dann werden weniger Dämpfe ausgestoßen, weswegen man nicht weinen muss.“ Ein einfaches Rezept, ohne Hilfe eines Arztes oder Apotheker. Und doch so wirksam.

Die gesamte Geschichte können Sie in der Printausgabe Winter 2021/22 lesen.

Text: Bernd Schmelzer | Fotos: Dominik Berchtold