Es ist ein Tag der Gegensätze. Er beginnt mit einem Abstecher zum Renaissance-Schloss Kronburg – majestätisch über dem Illerwinkel thronend, gebaut Stein auf Stein von Menschenhand. Er endet mit der Blüte der Märzenbecher – filigran, dem Samen der Natur entwachsen.
Dazwischen erstreckt sich kilometerweit Wald. Zwar mag das langweilig klingen, doch besonders im Frühling ist es das nicht wirklich. Klagend pfeift in den Baumwipfeln ein Dompfaff, der bei der Brautschau offenbar vom Pech verfolgt wird. Munter hingegen der Gesang von Amsel und Buchfink, die wohl bereits die Ohren einer Angebeteten beglücken. Die Augen können auf diesem Abschnitt ruhen, denn ein Baum reiht sich an den nächsten. Spannend ist das nicht. Aber friedvoll. In Oberbinnwang hingegen tummeln sich mehr Menschen, als einem guttun mögen. Überhaupt findet sich dort ein Parkplatz, der mehr Autos Platz bietet als das kleine Dorf Häuser zählt. Nun braucht man nur noch dem Pulk hinab zur Illerschleife und dem Erlebnissteg zu folgen. Nackt ragen in der Pommersau am Ufer der Iller die Kronen der Laubbäume gen Himmel und lassen mangels Gewands genügend Sonnenstrahlen hinab auf die Pracht zu ihren Füßen. Grüne Stängel, weiße Becher, gelbe Stempel. Am Boden des Waldes erblüht ein kleinerer Wald zu tausenden Märzenbechern.

Parken: Parkplatz Schloss Kronburg, Hauptstraße 13 (kostenlos)
Dauer: 4 Stunden
Strecke: 12 Kilometer
Route: Abstecher zu Schloss Kronburg, zurück zum Parkplatz und südlich Kronburg verlassen, Wegweisern durch den Wald nach Oberbinnwang folgen, weiter zum Erlebnissteg Iller, rechts davon zwischen den Bäumen die Märzenbecher

Fotos: Isabelle Gassama